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Logtone Solutions - Prelude Lounge

Prelude Lounge Review

Eingestellt am 26. January 2007 um 17:01 Uhr » Reviews

Prelude Lounge - a trip to the outer mindfields (by SirDregan)

Das Debutalbum von Logtone Solutions ist ein erstklassiges Arrangement von hauptsächlich elektronischen Tracks, die alle auf ihre Weise einzigartig sind, sich aber trotzdem (bis auf eine Ausnahme) zu einem stimmigen Gesamtkonzept zusammenfügen. In diesem Review möchte ich auf drei einzelne Stücke des Albums etwas genauer eingehen.

Als schwächstes Stück des Albums ist „Moonshine Drive“ zu nennen, das zwar eine eingängie Melodie hat und auch ab der Hälfte des Tracks zweimal aus dem gewohnten Muster ausbricht, insgesamt aber etwas zu eintönig wirkt. Durch die relativ kurze Laufzeit ist es jedoch trotzdem ein schönes Stück, welches erst nach mehrmaligem Hören dieses Gefühl hervorbringt.

Das stärkste Stück des Albums – neben „Laser Fighter Ants“ – ist meines Erachtens eindeutig „Charlotte“.
Das fast zwölfminütige Stück beginnt mit einem beeindruckend, den Raum ausfüllenden Geräuschwald aus Eiskristallen. Das komplette Lied morpht fortwährend in neue Formen - ohne jedoch seine Grundstimmung zu verlieren. Die lange Airtime mit den Klängen, die aus einem alten Science-Fiction Film stammen könnten, werfen den Hörer aus der Bahn und das darauffolgende, unheimlich kraftvolle Orgelinferno lässt ihn beim ersten anhören einfach nur ungläubig in der Luft stehen, nur um ihn anschliessend wieder sicher auf die Ausgangsbahn zurückzubringen. Diese löst sich noch in einigen weiteren Variation auf und verschwindet schlussendlich ganz sanft in den hinteren Ecken des Raumes. Die Faszination für diesen Track erschliesst sich aber nur, wenn man auch darauf eingeht und sich musikalisch fallen lassen kann.

Ein fast schon abgekapselte Ausnahmestück bildet der letzte Track „The Long Street".
Eine langsame Autofahrt durch den warmen Alltagsregen. Das fortwährende Rauschen des strömenden Wassers und die leichte Melodie vereinigen sich zu einem wundervollen Ambientstück. Was auf den ersten Blick wie ein Meer aus Trauer wirkt, offenbart nach einigen Minuten seine wahres Gesicht. Meiner Ansicht nach ist nicht Depression die Kernaussage, sondern eine atemberaubende, wenn auch leicht melancholische Hoffnung, die auf der langen Fahrt ins Ungewisse immerwährend mitschwingt.

Abschliessend lässt sich sagen, dass es ein sehr überraschendes Album geworden ist. Allein das Introstück „Prelude“ lässt schon grob erahnen, was den geneigten Hörer erwarten wird. Jedoch will sich „Prelude Lounge“ nicht in eine musikalische Schublade stecken lassen, sondern ist ein breit gefächertes Feld aus Klängen und Melodien, die manchmal sogar nicht einmal eindeutig voneinander unterschieden werden können. Breaktbeat, Ambient oder Trance – schon viele Musikstile sind mir in den Sinn gekommen, jedoch trifft kein einziger exakt auf diese wirklich aussergewöhnliche Musik.


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